Dr. med. Karl Ludwig Kahlbaum

 

Verdienstvoller Mediziner ist in Görlitz gut bekannt


Vor 190 Jahren kam Karl Ludwig Kahlbaum zur Welt. In Görlitz steht sein Name für eine Klinik, und
eine Straßenbenennung erinnert noch immer an ihn.


Quelle: https://pl.wikipedia.org/wiki/Karl_Ludwig_Kahlbaum

 

Der Name Dr. Karl Ludwig Kahlbaum ist durch die Straßenbenennung entlang der ehemaligen Kahlbaumschen Anstalten (zu DDR-Zeiten als II. Medizinische Klinik bekannt) populär bei denGörlitzern. Die Straße hieß einst Promenade, dann nach Boleslaw Bierut. Kahlbaum indes ist als Name populärer, und das weit über die Stadtgrenze hinaus. Karl Ludwig Kahlbaum wurde am 28. Dezember 1828 in Driesen in der Neumark geboren. Nach seinem Schulbesuch studierte der Sohn eines Fuhrunternehmers und Spediteurs Medizin an den Universitäten von Leipzig, Würzburg, Königsberg und Berlin. Nebenbei betrieb er auch noch Studien in Naturwissenschaften und Mathematik. Er promovierte 1854 und trat nach kurzer Militärzeit 1856 als zweiter Arzt in die ostpreußische Provinzial-Irrenanstalt Allenberg bei Wehlau ein. Die dort gesammelten Erfahrungen wurden für ihn bestimmend, in Zukunft eine völlig andere, humanitäre Behandlungsform anzuwenden. Nach seiner 1863 erfolgten Habilitation für Psychiatrie lehrte er in Königsberg, wobei er allerdings vom klinischen Unterricht ausgeschlossen war. Dann erhielt Karl Ludwig Kahlbaum 1866 ein Angebot des Leiters und Besitzers der 1855 gegründeten privaten Görlitzer Nerven- und Heilanstalt, Dr. Hermann Andreas Reimer (1825 bis 1906). Er nahm an und kam so nach Görlitz. Diese in einer Villa am Obermühlberg eingerichtete Privatklinik war zu ihrer Zeit eine einmalige Einrichtung in Deutschland. 1867 übernahm Kahlbaum für 87 000 Taler die Anstalt und ließ sie in den folgenden Jahren nach seinen Vorstellungen erweitern und umbauen. Innerhalb von zehn Jahren erweiterte er die Klinik von ehemals drei auf neun Gebäude, legte den gepflegten Park mit Gartenhaus und Brunnen an und erhöhte die Zahl des Personals auf 100. Kahlbaum gründete ein Erziehungshaus für psychisch auffällige Kinder und Jugendliche. Und er wurde Mitglied der renommierten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Görlitz, die er mit seinen medizinisch-wissenschaftlichen Beiträgen bereicherte. Am 28. November 1870 kam der Sohn Siegfried Kahlbaum in Görlitz zur Welt. Wie der Vater studierte er Medizin und übernahm nach dessen Tod 1899 als Psychiater und Sanitätsrat die Leitung des Sanatoriums Dr. Kahlbaum in Görlitz. Dr. Karl Ludwig Kahlbaum erkrankte zunächst an einer Migräne, im Alter dann an Diabetes. Am 15. April vor 120 Jahren starb der verdienstvolle Mann im diabetischen Koma. Er wurde auf dem Görlitzer Städtischen Friedhof beigesetzt. (SZ)


Repro: Ratsarchiv der Stadt Görlitz
Quelle SZ 29.12.2018

 

Jacob Böhme